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Vorwärts scheitern: Herr, hilf mir scheitern -- 17.Juni 2006


Das Leben ist ein riesen Chaos. Es gibt so viele Entscheidungen zu treffen, so viele Möglichkeiten. Beispiel: Bier kaufen. Es gibt große Flaschen, keine Flaschen. Pils, Weizen, Export, Starkbier, Alkoholfrei. Billiges, teures Bier. Das ist ganz schön anstrengend. Daher trinkt man sich durch die verschiedenen Sorten, bis man sich dann eine Lieblingssorte zulegt und all die anderen schönen Angebote beiseite lässt. Man legt sich Routinen zu, um die Komplexität des Alltags zu meistern. Das ist in fast jedem Bereich des Lebens so, sonst könnte man gar nicht funktionieren.

Diese Routine führt aber auch dazu, dass man bestimmte Bereiche im Leben ausschließt. So passiert es zum Beispiel bei Leuten, die einen Herzinfarkt erleiden, kaum, dass sie ihre Lebensgewohnheiten ändern. Der größte Grund für die lebensbedrohliche Situation sind Ernährung, Bewegung, Lebensgestaltung. Jeder weiß das. 9 von 10 Leuten ändern sich aber nicht. Und es kostet sie das Leben.

Die Macht der Gewohnheiten hilft und schadet uns. Im Glauben reduzieren wir häufig auch die Komplexität und machen uns Gebilde zurecht, um mit wenig Aufwand unsere Beziehung zu Gott zu managen. Im Gegensatz dazu stand Abraham, der Vater unseres Glaubens. Er lebte in seiner Hütte in der Nähe von Kuwait und es ging ihm gut. Er war 80 Jahre, er lebte an dem Ort, wo er geboren wurde, alle kannten sich untereinander, sein Geschäft lief gut und er lag unter einer Palme. Dann tauchte Gott auf und sprach zu ihm: ?Ich will, dass du dein Land verlässt und woanders hingehst. Ich sage dir nicht, wo es ist - folge mir einfach."

Das ist mal eine Herausforderung. Das ist ein Schock für die Macht der Gewohnheiten. Abraham lässt sich darauf ein und zieht los. Und er wird das Vorbild für alle Gläubigen - Vater des Glaubens, wie es im Neuen Testament heißt. Letztlich stellt das uns vor die Herausforderung, Gott in unbekanntes Land zu folgen. Raus aus unsrer Routine, unserem Sonntags-Glauben, unseren niedlichen Ritualen. Und hin zum Risiko, hin zum abhängigen Glauben, zur Führung Gottes und zum vorwärts Scheitern.

Mach es dein Ziel, täglich Jesus zu folgen
Die Kraft des Glaubens liegt im Tun, nicht nur in der Theorie. Wir sind herausgefordert, diesen Jesus täglich zu erkennen und seine Wege zu gehen. John Wimber meinte einst: die Bibel ist die Speisekarte, die Nahrung ist, das Zeug zu tun.

Sieh Konflikt als Chance, deinen Horizont und dein Herz zu erweitern
Andere hinterfragen uns und unsere Annahmen. Im Konflikt haben wir die Möglichkeit, zu wachsen, Dinge aus anderer Perspektive zu sehen und von Gott überrascht zu werden.

Preise Gott für die Chance zu Scheitern
Gott ist in den Schwachen mächtig. Es ist schön, dass wir schwach sein können. Wir müssen nicht mehr an Perfektion und Sicherheit festhalten, sondern können wie Kinder loslaufen und erfahren, wie er sich zu uns stellt.

veröffentlicht von marlster am 20.6.06

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