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von Jesus lernen: worüber hat Jesus geredet? -- 22. Juli 2006

Die ersten Worte von Jesus im Markus-Evangelium waren: ?Das Reich Gottes ist hier.“ (Markus 1,15). Das war seine klare Ansage und zieht sich durch das Markusevangelium wie ein roter Faden. Was meinte er damit? Was steckte dahinter? Hier eine kleine Zusammenfassung, was die Juden im 1. Jahrhundert darunter verstanden haben.
Am Anfang wurde die Welt geschaffen. Gott schuf den Menschen und gab ihm den Auftrag, über die Welt zu herrschen und sich alles untertan zu machen. Die ersten Menschen haben das eine Weile gemacht und sich dann von Gott abgewandt, was sie von Gott getrennt hat.
Nach einer Weile sucht sich Gott dann einen Mann aus, durch den er zeigen will, wie gut es ist, wenn man mit Gott lebt. Die Berufung von Abraham enthält die Verheißung, dass es Abraham gut gehen wird, und dass durch ihn dieses Gute in die Welt kommen soll (1. Mose 12,1-3). Abraham wird als Licht für die Nationen verstanden.
Die Nachkommen von Abraham (Israel) finden sich dann in einem fremden Land wieder, weil sie sich nicht zu Gott halten. In Ägypten sind sie Sklavenarbeiter und werden vom Pharao und seinen Kollegen ausgenutzt. Gott sieht die Situation und begegnet Mose, einem der Nachkommen, der das Volk aus Ägypten führen soll. Er lässt sich darauf ein und geht zum Pharao. Dieser ist natürlich wenig erfreut. Es kommt durch Mose (und Gottes Wirken) zu einer Reihe von Plagen und übernatürlichen Eingriffen, um das Volk zu befreien. Schließlich zieht das Volk aus und Mose erklärt ihnen nochmal, dass Gott mit ihnen ist und für sie kämpft (2. Mose 14,13-14). Bei ihrem Auszug regelt Gott das Zusammenleben mit diesem Volk dann noch über eine Reihe von Geboten (10 Gebote und andere), die darauf zielen, dass Gott Priorität im Leben ist.
Die Israeliten kommen schließlich in das verheißene Land, leben dort eine Weile, bis sie auf die Idee kommen, sie brauchen einen König. Gott wollte ja der König für sie sein, aber alle anderen Nationen haben das, also wollen sie auch einen. Der erste König ist ein Flop, dann wählt Gott einen aus: David. Er ist wirklich gut, arbeitet eng mit Gott zusammen und feiert große Erfolge. Israel wächst an politischer und militärischer Macht. Jerusalem wird zum Zentrum des wachsenden Reiches.
Salomon, Davids Sohn, wird nach ihm König und baut die Macht noch aus. Hier erfüllt sich, was früher an versprochen wurde: Israel ist das Licht für die Nationen und erlebt das Reich Gottes. Wie das aussieht wird in 1. Könige 5,1-14 beschrieben: es gibt massig Essen, guten Wein, Frieden (Shalom), kulturelle Highlights, Lyrik, Poesie, Weisheit. Auch in den anderen Nationen hört man von Israel und ihrem wunderbaren Gott. Aus dem entfernten Land Saba kommt die Königin nach Jerusalem und beschreibt ihre Erfahrungen in Jerusalem – 1. Könige 10,4-9: "4Als aber die Königin von Saba alle Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte, 5und die Speisen für seinen Tisch und die Rangordnung seiner Großen und das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleider und seine Mundschenken und seine Brandopfer, die er in dem Hause des HERRN opferte, geriet sie vor Staunen außer sich 6und sprach zum König: Es ist wahr, was ich in meinem Lande von deinen Taten und von deiner Weisheit gehört habe. 7Und ich hab's nicht glauben wollen, bis ich gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und siehe, nicht die Hälfte hat man mir gesagt. Du hast mehr Weisheit und Güter, als die Kunde sagte, die ich vernommen habe. 8Glücklich sind deine Männer und deine Großen, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. 9cGelobt sei der HERR, dein Gott, der an dir Wohlgefallen hat, so daß er dich auf den Thron Israels gesetzt hat! Weil der HERR Israel liebhat ewiglich, hat er dich zum König gesetzt, daß du Recht und Gerechtigkeit übst."
Hier erfüllt sich die Bestimmung von Israel: die Welt lernt Gott kennen und schätzen durch das gute Leben, das Israel erlebt. Sie preisen Gott wegen seinen Taten an Israel. Das ist das Reich Gott – die Herrschaft Gottes, die den Menschen Gutes bringt.
Die nachfolgenden Könige halten sich nicht so gut und so geht der Wohlstand von Israel wieder zurück. Über die Jahre gibt es eine Reihe von Leuten, die die Israeliten zu ihren Bestimmung zurückruft, die Propheten. Sie sprechen davon, dass es einst mit Israel wieder gut gehen wird. Es wird ein ?Tag des Herrn“ kommen, der alles wieder richtet. Jesaja 11 spricht davon: die Wüste wird blühen, es gibt Schönheit statt Trauer, der Wolf wird neben dem Lamm liegen, das Kind mit der Otter spielen, der Friedefürst wird kommen und Shalom kommt. Die Botschaft ist klar: das Reich Gottes wird kommen.
Dann verstummen die Stimmen. Keine Propheten mehr für mehrere Jahre. Keiner, der mehr im Auftrag Gottes spricht und die Leute zurückruft. 400 Jahre Stille. Die Israeliten halten die Hoffnung am Leben durch Feiertage, Rituale, Sabbath, Torah und Psalmen. Manche verabschieden sich von der Hoffnung, dass Gott nochmal wirkt, andere wollen religiös konsequenter leben, andere versuchen politisch und militärisch Gottes Plan umzusetzen. Aber nichts passiert wirklich.
Und dann kommt Jesus. Als er sagt: ?Jetzt ist es soweit!“ trifft das auf offene Ohren. Es ist ein klares Zeichen, dass jemand mit hohem Anspruch kommt. ?Das Reich Gottes ist hier“ ruft diese ganze Vergangenheit auf den Plan, inklusive aller Hoffnungen und Verheißungen. Jesus präsentiert sich selbst als der Schlüssel zu Israels Geschichte. Er kommt mit gewaltigem Anspruch.
Und was macht er? Er lehrt Leute – und die sind beeindruckt von seiner Kraft (Markus 1,22). Und dann tut er was – er heilt Leute und zeigt Gottes Kraft (Markus 1,23-26). Damit zeigt sich Jesus als die Erfüllung von Gottes Reich. Das Reich Gottes erfüllt sich in der Person und Aktivität von Jesus. Da wo er ist, ist Gottes Herrschaft. Das Reich Gottes bricht in Zeit und Raum. Es ist hier für alle, die zu Jesus loyal sind.
veröffentlicht von marlster am 2.8.06 0 Kommentare:
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