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Geschenkt! -- hinabsteigen zu den Geschenken -- 14. Oktober 2006
 Gott schenkt gerne. Im kirchen-Umfeld nennt man das Gnade. Im Wesen von Gott ist, dass er für die Menschen wirkt und Menschen beschenkt.
Letztes Mal ging es darum, dass Gott ein Geschenk-Spezialist ist. Heute fragen wir uns, wie wir das wirklich in unserem Leben empfangen können. Es kann sein, dass es viel mit unsrer Ausrichtung und Haltung im Leben zu tun hat. Folgende Überlegung dazu:
Im Studium, in Ausbildung und im Beruf ist man daran, seinen Platz im Leben zu finden. Meist hat man nahe liegende Ziele, aber auch weiterreichende. Irgendwann will man mehr verdienen, mehr Freiheiten haben, mehr Fähigkeiten besitzen usw. Manche wollen aufsteigen, andere berühmter werden. Man will so sein wie Leute, die über einem stehen. Das ist eigentlich bei den meisten Leuten in aller Welt so. Über einem sind die Leute, die mehr Macht, Geld, Einfluss, Schönheit oder Fähigkeiten haben. Man verhält sich zu den Leuten über einem so, dass die Chancen steigen, dass man selbst aufsteigt. Die Leute unter einem sind erst mal egal oder weniger bedeutsam.
Wenn man das weiterdenkt, dann steht ganz oben Gott. Er ist sehr mächtig, reich, einflussreich, schön und fähig. Jetzt ist das Wesen von Gottes Geschenken aber genau das, dass Gott die Leute unter ihm nicht egal sind. Er macht sich auf, um die unter sich zu beschenken. Er wirkt für uns, heilt uns, hilft uns usw. In Phil 2 heißt es: ?Er hat an seiner Herrlichkeit nicht festgehalten. Er wurde uns gleich und gab sein Leben für uns.? Gott ging den Weg nach unten. Das ist der Weg der Geschenke.
Nicht nur das, sondern er legt auch Wert auf die ganz unten im Staple. Die Geringsten und Armen bekommen bei ihm besondere Aufmerksamkeit. Und dann fordert er uns auf, auch nach unten zu gehen. ?Was ihr den Geringsten tut, das tut ihr mir,? meint Jesus. An einer anderen Stelle heißt es (Mat 5,5) ?Glücklich sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit empfangen?. Wir sind also eingeladen, Geschenke zu verteilen, so dass wir Geschenke empfangen. Um mit dem Geschenk-Spezialist in Einklang zu leben bedeutet, selbst dem Pfeil nach unten zu folgen.
Wir können wir das praktisch tun?
Gib Geld an Personen in Not Unsere Hingabe definiert sich über Geld. Wir geben Geld aus für das, das uns was wert ist. Häufig haben wir Angst, armen Menschen Geld zu geben, weil wir denken, sie benutzen es schlecht. Aber das ist nicht unsere Verantwortung. Wir können helfen, indem wir geben. Und Geld ist eine wunderbare Möglichkeit, anderen zu helfen. Man hat die Tendenz, die Verantwortung für Not durch Programme und Initiativen zu lösen. Das ist aber nicht der Fokus. Es geht darum, persönlich den Weg nach unten zu gehen. Daher die Einladung, persönlich Geld an Personen in Not zu geben.
Finde Jesus im Dienen Dieses Dienen an Armen Menschen hat so was von sozialem Aktivismus. ?Man muss doch was tun gegen die Armut? ? ist die Parole. Und da sich Armut nie ganz abschaffen lässt, bekommt man irgendwann die Krise. Um nicht auszubrennen, sollte man den Dienst an Armen als Dienst an Jesus sehen. ?Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben,? sagt Jesus und meint damit, was wir an armen Mensch tun, das tun wir an ihm. Daher ist es wichtig, den Fokus auf ihn zu richten im Dienst. Das bewahrt uns vor kalter Hektik und herzlosem Aktivismus
Fange in deinem Umfeld an Es ist wenig Herrlichkeit darin, wunderbare Aktivitäten durchzuziehen, wenn die Leute in deinem Haus verhungern. Kümmere dich um nahe liegende Not und Personen in deiner Nähe. Es geht genau darum, sich auf den Pfeil nach unten einzulassen ? d.h. zu dienen, weil Gott dient und nicht, weil es ein moralischer Aufstieg ist oder es zu einem besseren Christen macht. Not ist Not und die Not in deiner Nähe ist deine Not. Wie in der Geschichte vom barmherzigen Samariter ist dein Nächster die Person, deren Not dein Weg kreuzt. Fange da an.
veröffentlicht von marlster am 26.10.06 0 Kommentare:
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