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Loslassen und gewinnen: Warum wir durch Loslassen gewinnen -- 3. März 2007
Lukas 19, 28-40 Und als er solches sagte, zog er fort und reiste hinauf gen Jerusalem. 29 Uns es begab sich, als er nahte gen Bethphage und Bethanien und kam an den Ölberg, sandte er seiner Jünger zwei 30 und sprach: Gehet hin in den Markt, der gegenüberliegt. Und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem noch nie ein Mensch gesessen hat; löset es ab und bringet es! 31 Und so euch jemand fragt, warum ihr's ablöset, so sagt also zu ihm: Der HERR bedarf sein. 32 Und die Gesandten gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte. 33 Da sie aber das Füllen ablösten, sprachen seine Herren zu ihnen: Warum löst ihr das Füllen ab? 34 Sie aber sprachen: Der HERR bedarf sein. 35 Und sie brachten's zu Jesu und warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesum darauf. 36 Da er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg. 37 Und da er nahe hinzukam und zog den Ölberg herab, fing an der ganze Haufe seiner Jünger, fröhlich Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, 38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, ein König, in dem Namen des HERRN! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! 39 Und etliche der Pharisäer im Volk sprachen zu ihm: Meister, strafe doch deine Jünger! 40 Er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch: Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien.
Als Jesus nach Jerusalem zieht, bricht beim Volk Euphorie aus. Warum ist das so? Was hier passiert trifft auf eine historische Erwartung bei den Juden. Seit ihrer Existenz waren die Juden überzeugt, dass sie Gottes auserwähltes Volk waren. Gott hatte sie besonders gerufen, um durch sie zu zeigen, wie gut er ist. Allerdings gab es immer wieder Probleme. Sie wurden von anderen Völkern unterdrückt, verschleppt, missachtet usw. Es lief alles nicht nach Plan. Manchmal ging es gut, wie bei David oder Salomon. Die große Hoffnung war, dass einer kommen wird, der das Volk in seine wirkliche Berufung führt. Die glorreiche Erfüllung der Vision.
Als Jesus kam redete er nicht viel um den heißen Brei herum: „die Zeit ist erfüllt“ war eine klare Ansage, dass sich etwas in der Geschichte Israels ändern wird. Er sprach davon „das Reich Gottes ist hier“, was für die Zuhörer ein klarer politischer Slogan war. Und er nahm sich die Macht, Dinge zu definieren und interpretieren. Die Leute sahen Jesus als den Befreier und Messias. Daher erwarteten sie, dass er nach Jerusalem geht und die Römer raushaut. „Hosanna“ bedeutet Hurra und war ein klarer Siegesschrei. Palmen wurden für Krieger gelegt, die siegreich in der Hauptstadt einziehen.
Aber ist das, was Jesus tat? Ein Kapitel vorher redet er mit seinen Jüngern (Lk 18, 31-34), dass er nach Jerusalem geht, um zu sterben. Nicht sehr Triumphierend! Und die Jünger kapieren es auch nicht. Was zeigt diese Sequenz? Die Wege Jesus sind nicht die Wege dieser Welt. Wo wir hier erwarten, dass Sieg, Triumph und Wohlstand entsteht, geht Jesus den Weg ans Kreuz. Wo wir Aufstieg erwarten, geht Jesus den Weg nach unten. Wo wir Zunahme erwarten, lässt Jesus los. Aber so ist sein Wesen und das Wesen von Spiritualität. „All great spirituality is about letting go“, meint Richard Rohr. Der Palmsonntag ist eine Erinnerung, dass unser Konzept vom Leben und Spiritualität anders von Jesu ist. Was bedeutet das für uns?
1. Setze dich mit Jesu Wegen auseinander Die Wege von Jesus sind häufig überraschend, radikal und anders. Dabei sind sie immer gut, wenn auch nicht immer leicht. Es ist gut, die Evangelien zu lesen und die Bergpredigt, um sich mit der Reich-Gottes-Logik auseinanderzusetzen. Ein guter Test, ob man es wirklich versteht ist, wie oft man damit Schwierigkeiten hat. Die Welt übernimmt mittlerweile immer mehr Konzept aus dem Leben von Jesus: Servant Leadership, Missionen für Firmen, Werte, Freigiebigkeit, usw. Sie haben erkannt, dass diese Wege wirklich gut sind.
2. Lege dein Leben nieder Philipper 2: 5-8: „Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war: 6 welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden; 8 er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“ Jesus ging den Weg nach unten. Er fordert uns heraus, das gleiche zu tun. Warum? Philipper 2, 9-11: „Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10 daß in dem Namen Jesu sich beugen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der HERR sei, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ Wenn wir loslassen, werden wir gewinnen. Es kostet uns viel, aber dadurch ist es Gottes Wirken. Er verändert uns, indem wir Dinge vor ihm hinlegen.
3. Rechne mit Gottes wirken Letztlich macht das ganze nur Sinn, wenn es einen Gott gibt, der sich um dich kümmert. Es geht hier nicht nur um Prinzipien („lass los und dir geht es besser“). Es geht um die Beziehung zu einem lebenden und aktiven Gott. Er zeigt sich in diesen Punkten, wo wir unsere Prioritäten an ihn geben. Er zeigt sich, in den Punkten, wo wir Defizite und Stress haben. „Spiritualität ist, was du mit deinen Verletzungen und Defiziten machst“, meint Richard Rohr. Wir können mit Gottes Wirken rechnen. Er ist der lebende Gott, der uns hilft. Lass Palmsonntag eine Erinnerung daran sein, dass seine Wege besser sind.
veröffentlicht von marlster am 4.3.07 1 Kommentare: Da steckt so viel Wahrheit drin! Echt cool, Marlin! Ich glaube, dass eines der größten Geheimnisse der Nachfolge Jesu darin liegt, wirklich alles Gott hinzugeben. Erst dann kann unser leben völlig von Gott durchdrungen werden. Hat mich wirklich sehr angesprochen. Dazu hab ich mal n sehr gutes Buch gelesen: Making Jesus Lord - The dynamic power of laying down your rights (Loren Cunningham).
Von Xina am 7:21 PM
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