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Veränderung meistern - richtig investieren -- 9. Juni 2007
Richtig Investieren Vom ungerechten Verwalter (Lukas 16, 1-13) 1. Was war so klug an dem Handeln des ungerechten Verwalters?
Zuerst: Er war nicht Kurzsichtig. Er wusste, dass seine Tage bei seinem Chef gezählt waren. Er hat das aber nicht ignoriert, sondern in seine Pläne für das JETZT mit einbezogen. Er hat das, was er tut nicht mehr daran gemessen, ob es jetzt vernünftig ist, sondern ob es im Hinblick auf seine Zukunft sinnvoll ist. Vorher hat er wahrscheinlich nicht nur seinen Chef betrogen, sondern auch andere Leute. Er hat geschaut, wo er Geld für sich abzwacken kann. Aber plötzlich hat er seine Politik geändert. Vom Egoismus zum Sozialismus. Wahrscheinlich haben sich die Leute gewundert, warum er nicht mehr so geizig war. Auch unser Blick soll nicht auf das beschränkt bleiben, was momentan sichtbar ist. Jesus will durch dieses Bild unseren Horizont erweitern. Wir sollen nicht nur das sehen, was jetzt ist, sondern unser Blick soll weit darüber hinausgehen und wir sollen einen Blick für die großen Zusammenhänge bekommen, in die unser Leben eingebettet ist. Aber nicht nur, dass er sein Ende kommen sah, zeichnet den Mann aus, sondern auch, dass er sich zu helfen wusste! Jetzt musste er das Geld mit vollen Händen ausgeben und nicht mehr einsacken. Er wusste, jeder dem ich Geld gebe, ist mir in der Zukunft ein Potentieller Helfer. Er hat also Geld nicht verschleudert, als eher richtig investiert. Auch wir sollen richtig investieren. Aber wie? Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Zelte! – Vers 9 Was bedeutet das konkret? 2. Warum will Jesus, dass wir uns mit Geld Freunde machen?
Ist das nicht Moralisch fragwürdig? Ist das überhaupt christlich? Was wären das für Freunde? Sollen die Jünger jetzt Parties für wichtige Leute schmeißen? Sollen wir unseren Professoren jede Woche einen Kaffee in die Vorlesung bringen, unsere Chefs mit Blumen und Geschenken überhäufen? Sollen wir überall eine Schleimspur legen? Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. – Lukas 6, 32 Es geht also nicht darum, sich Freunde zu kaufen, die einem nützlich sein könnten. Sondern gerade die, die uns nicht nützlich sein können, die die arm sind, die sollen wir uns zu Freunden durch unser Geld machen. Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. – Matthäus 19, 21-23 Sich mit Geld Freunde zu machen, heißt Geld loslassen, Menschen zu beschenken und einen Schatz im Himmel haben. Ist das so eine Art himmlisches Konto, auf das man einzahlt, nach dem Motto: „Jeden Tag eine gute Tat und dann bin ich schon ein guter Christ.“? Nein, es ist die Freude, die beim Schenken entsteht. Klaus Berger schreibt dazu: „Wir sind glücklich, indem wir glücklich machen und uns am Widerschein freuen.“ Unser Blick wird dadurch von uns weggelenkt. So wird die Sicht frei auf das, was ewig bleibt. Das ist ungefähr so, wie wenn abzusehen wäre, dass in naher Zukunft alle Banken pleite machen würden bis auf eine. Logischerweise würdest du dein Geld nur dort einbezahlen. Sonst müsstest du ja befürchten, nichts mehr davon zu sehen. Es geht dabei aber nicht nur um uns und unser Herz. Es geht auch um das Ungleichgewicht der Güter in der Welt. Es gibt Menschen die haben sehr viel und es gibt Menschen die haben extrem wenig, sodass sie unterernährt sind oder verhungern. Dieses Ungleichgewicht ist aber auch innerhalb unserer Gesellschaft zu spüren. In Heidelberg gibt es Menschen, die aus der Mülltonne leben und es gibt Menschen, die in einer Villa mit Pool leben. Charakteristisch für die Bibel ist, dass sie nicht klärt woher dieses Ungleichgewicht kommt. Sie sagt vielmehr, dass Gott eine neue Ordnung und einen Ausgleich schaffen wird (Lazarus und der Reiche). Aber auch wir sind jetzt schon gefordert, diesen Ausgleich Bruchstückhaft zu verwirklichen. In der Bergpredigt sagt Jesus, dass diejenigen glücklich sind, die diese neue Ordnung vorwegnehmen, indem sie jetzt schon einen Ausgleich schaffen. Dabei finde ich es befreiend, dass Jesus kein Maß festlegt. Er redet hier nicht vom Zehnten oder anderen Quoten. Überhaupt ist Jesus kein Freund von Zahlen. Er sagt eher: immer oder alles. Er legt also kein Maß fest, aber ein Ziel. Freunde sollen wir uns machen. Wer Freunde haben will, muss sich aber ganz hingeben. Einen Freund fragt man ja nicht, wie viel Zeit oder Geld er von einem braucht, sodass er gerade noch unser Freund sein will, sondern gibt gern und gibt sich ganz. 3. Warum zielt Jesus gerade auf das Geld?
Besitz blendet. Zuerst mal. Geld ist eine gute Gabe Gottes. Es ist nicht an sich schlecht oder problematisch. Problematisch wird es dann, wenn man über der Gabe den Geber vergisst. Klug zu sein, bedeutet in diesem Zusammenhang, zu wissen, woher alles kommt, und sich dieser Quelle zuzuwenden. Besitz bindet. Jesus sagt, dass es schwierig ist, für Reiche zu Gott zu kommen. Hat er Reiche weniger lieb als Arme? Im Gleichnis vom Reichen Jüngling heißt es, dass Jesus ihn ansah und ihn lieb gewann. Das Problem für Reiche zu Gott zu kommen besteht darin, dass ihr Besitz sich an sieh bindet wie eine Bleikugel an einen Gefangenen. Mit zunehmendem Besitz wird man eher zum Staubsauger, als zum Haartrockner. Besitz schwindet. Jesus will, dass wir unser Leben richtig investieren. Er weiß, dass Geld einem zwischen den Händen zerrinnen kann und will deshalb unsern Blick auf das richten, was hält. 4. Was hat unser Besitz mit unserem Heil zu tun?
Es geht um Treue: Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen? – Vers 11 ist eine Anfrage an unsere Tauglichkeit für das Reich Gottes. Das Reich Gottes ist kein Loserverein, es ist Elite! Wenn die besten Unternehmen nur die besten Manager einstellen, dann nimmt das Reich Gottes nur die allerbesten. Der Gedanke ist: Wer im Kleinen gut ist, hat auch das Zeug im Großen klug zu handeln. Wer z. B. im Studium seine Zeit gut einteilt, weitsichtig ist, indem er sein Zeug lernt, der kann das später auch in einem Weltkonzern. Wer sich aber schon im Studium am Ziel seiner Träume sieht und das Studentenleben für alles hält, und mehr Zeit an der Neckarwiese verbringt als am Schreibtisch, beweist damit, dass er einen begrenzten Horizont hat. Die Unternehmen schließen bei seiner Bewerbung aus seinem schlechten Management in seinem Studium, dass er auch in ihrem Unternehmen nicht sehr weitsichtig handeln wird. Deshalb stellt Jesus die Jünger am Ende seiner Rede vor eine Alternative: Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. – Vers13b Aber nicht deshalb, weil Gott etwas gegen Geld hätte, sondern weil dem Mammon dienen für eine Lebensphilosophie steht. Es ist die Lebensphilosophie „Ich lebe jetzt – und man muss schauen was man mitnehmen kannt!“. Es ist das Weltbild, das mit dem Tod endet. Wer aber mit Gottes Realität rechnet, muss die Ewigkeit in seine Lebensplanung mit einbeziehen. Ein 100-m Sprinter muss seine Kräfte anders einteilen, als ein Marathonläufer. Deshalb macht sich alles an der Frage fest: „Was ist dein Horizont?“. Jesus fordert die Jünger und uns heraus unsern Horizont zu erweitern, mit Gott und einer Ewigkeit mit ihm zu rechnen und von diesem Ziel her klug zu investieren. Es geht um Vertrauen: Jetzt denkst du vielleicht: Das hört sich theoretisch gut an, aber wer kann sich so einen Lebensstil leisten? Und genau jetzt wird es doch erst wirklich interessant. Sich kluge Gedanken über einen Bibeltext zu machen, das kann jeder. Aber wenn’s finanziell wirklich eng ist, ist es auch da gerechtfertigt, loszulassen? Das ist die Nagelprobe! Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. – Matthäus 6, 30-34 Jesus sagt: „Sorgt nicht …“ Es ist kein Sadismus, was Jesus hier predigt. Wenn es nur darum gehen würde, sich ganz zu verschenken, wäre das Selbstzerstörung. Das kann nur der, der weiß, dass für ihn schon gesorgt ist. Es ist vielleicht so wie mit zwei Freeclimbern, von denen einer plötzlich in der Felswand feststeckt. Der andere kann ihn nicht retten, weil er Gefahr läuft, selbst abzustürzen. Wenn aber ein dritter Kletterer angeseilt in der Wand hängt, kann er ihn retten, weil er weiß, er ist gesichert. Für ihn ist schon gesorgt! So steht auch dieses „Sorgt nicht …“ nicht allein da, sondern da steht: „Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.“ Deshalb die Einladung an dich, dieses Seil zu belasten, loszulassen und Gott zu vertrauen. von Mathias Thurner
veröffentlicht von marlster am 4.7.07 0 Kommentare:
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