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Wie wird Gott im Alltag real? – Pilgerreise Teil 3 – 13. Oktober 2007
Wie können wir die Werke Jesu tun, so wie Jesus die Werke des Vaters getan hat?!
Zunächst: Einige Stellen, die beleuchten, woran sich Jesus orientiert hat:
Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. (Joh 4,34; Vgl. Joh 8,29 und Joh 14,10).
Jesus lebt in Einheit, in Gemeinschaft mit dem Vater – und aus dieser Beziehung heraus tut er den Willen des Vaters. Er tut das, indem er beständig auf ihn hört, im Gebet ist, seinen Willen sucht und Gehorsam ist. Was hat das mit uns zu tun?
Joh 20,21: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, sende ich euch.“
Darin liegt unser Auftrag. In diesen Reden sagt Jesus auch, dass wir das nicht von uns aus tun können. Wir brauchen einen Helfer, wörtlich: Beistand – den Heiligen Geist.
Frage, um die es gehen soll: Was hindert uns daran, Gottes übernatürliches Wirken zu erleben?
kulturelle Prägung --> neues Denken Wir leben in einem Zeitalter der Technik, der Logik, der Machbarkeit, es gibt für alles eine Erklärung, eine Lösung. Das Grundprinzip ist Rationalität. Es gibt für alles einen Grund, alles steht in einer Kette von Ursache und Wirkung. Eine Zeitlang war das unglaublich erfolgreich. Man hat tolle neue Fortbewegungsmittel erfunden, Auto, Flugzeug, Kommunikationsmittel usw. Sehr viele Dinge, die das leben unglaublich erleichtern.
Dieses Denken prägt uns alle stark. Uns fällt es schwer, eine andere als die kausale, logisch-rationale Eirklichkeitssicht zuzulassen. Aber wer sagt uns eigentlich, was möglich ist und was unmöglich?!
Das Projekt „Moderne“ war unglaublich erfolgreich, ist aber auch klar an seine Grenzen gestossen. Postmodernes Denken: Es gibt verschiedene gleichberechtigte Zugänge zur Wirklichkeit, je nachdem von wo aus wir schauen. Auch so etwas wie ein Gemälde/Kunst ist nicht einzuordnen: Was ist der Zweck? Wozu dient es? Es ist eine Wirklichkeit für sich, eine eigene Sprache.
Die Bibel sagt folgendes, Gott, der Schöpfer war in Jesus gegenwärtig. „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10:30). Jesus war Mensch wie wir, aber auch Gott – deshalb hat er Vollmacht über die Schöpfung, er ist nicht auf dieselbe Weise an die Naturgesetze gebunden wie wir. Deshalb passiert da, wo Jesus ist, das Außergewöhnliche, das Unerklärliche: Tote stehen wieder auf, Kranke werden gesund, Blinde sehen wieder. Müssen wir das glauben? Wir können es glauben, weil in Jesus das Außergewöhnliche passiert. Weil er Vollmacht hat, damals und heute.
John Wimbers Erkenntnisse über andere Kulturen – mit einem anderen Weltbild, anderen Erwartungen, einem anderen Erfahrungshorizont erlebt man auch andere Dinge. Ganz einfach, weil man von vornherein nur das sieht, was man im Kopf für möglich hält.
Möglicher Zugang: Glaube und Handle, als ob Gott da ist - stelle es dir einfach vor und lasse es drauf ankommen. Handle so, als ob Jesus in seiner ganzen Vollmacht hinter dem steht, worum du betest. Unser Weltbild wird sich nicht auf einmal schlagartig verändern, aber nach und nach, wenn wir entsprechende Erfahrungen machen.
Anderes Problem: Angst --> Vertrauen, Glaube, Mut;
Wenn wir Gott erfahren, stärkt es unseren Glauben!
--> Gottes Auftrag an uns (beidseitiges „Vertrauen“), Gott beauftragt uns mit seinen Werken, Er vertraut sie uns an. Vertrauen heißt: Wirklich Verantwortung abzugeben. Wenn ein Chef seinem Angestellten etwas wichtiges anvertraut, wie z.B. einen Auftrag abzuwickeln und ihn dann ständig anruft und kontrolliert, heißt das: er vertraut ihm nicht wirklich. Aber wenn er sich zurücklehnt und Golf spielen geht heißt es: Er ist wirklich überzeugt davon, dass er diesen Auftrag gut ausführt. Das gilt auch für unser Verhältnis zu Gott (in beide Richtungen): Wir können Gott wirklich vertrauen, ohne ständig zu zweifeln. Und auch er vertraut darauf, dass wir unsere Verantwortung wahrnehmen, er überlässt uns sein Reich!
Wir sind Gottes Hände und Füße.
Weiteres Hindernis: Es ist schwierig, Kontrolle abzugeben. Wir wollen gerne autonom sein, selbstbestimmt, die Dinge planen. Aber Gottes Wirken ist oft geprägt von Unkontrollierbarkeit (Wolke in der Wüste). „Der Geist weht, wo er will“. Wir müssen lernen von Gott abhängig zu werden, ihm die Vorherrschaft überlassen. Das ist nicht einfach, weil es gegen unseren Stolz geht.
Deshalb wichtig: nicht nur zu hören, zu verstehen, auch Gehorsam. Gottes Willen tun, soweit man ihn erkannt hat. Das heißt im Zweifelsfalls eben auch: Auch wenn man nicht alles verstanden hat. Auch wenn man Schiss hat. Auch wenn man es noch nie getan hat. Auch wenn einem der Glaube fehlt.
Bill Johnson schreibt dazu: Im Sinne des Neuen Testaments bedeutet das, dass wir bereit sind jenseits der Vernunft zu leben. Nicht impulsiv oder närrisch, denn das sind billige Imitationen von wahrem Glauben. Das Gebiet jenseits der Vernunft ist die Welt des Gehorsams zu Gott. Gehorsam ist der Ausdruck des Glaubens, und Glauben ist unser Ticket in das Gebiet Gottes. Sein Wesen ist mächtig und gerecht, aber es kann nicht kontrolliert werden. Er ist unvorhersehbar. (...)
und: In den Spuren eines christus-ähnlichen Dienstes lernen wir total Abhängigkeit von Gott. Im Unmöglichen zu agieren verhindert die Entwicklung von Stolz.
Das braucht Schritte des Glaubens, des Mutes. Es braucht viel Mut. Angst ist einerseits menschlich und verständlich, aber es gibt auch eine Angst, die wir überwinden können. Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“.
Ich finde die bisherigen Aspekte, was Reich Gottes bedeutet, gut zusammengefasst in dem Vers:
1. Kor 13,13: Nun aber bleiben Glauben, Hoffnung Liebe, diese drei. Die Liebe aber ist die Größte unter ihnen.“
Zum ersten: Glaube: Das ist die Grundlage. Glauben ist die Beziehung zu Gott, so wie Jesus in Einheit, in Beziehung zum Vater gelebt hat. Er war so offen für ihn, dass der Vater seine Werke durch ihn tun konnte. für uns bedeutet: Gott vertrauen, dass er mit uns ist und durch uns wirkt. Und: Seinen Auftrag an uns wahrnehmen, annehmen, als Verantwortung akzeptieren. Wir sind Jesu Hände und Füße, er hat keine anderen.
Zum Zweiten: Hoffnung heißt: Das R. G. ist noch nicht vollendet. Es ist klein wie ein Senfkorn, heißt es an einer Stelle. Aber es wird größer als alle anderen Bäume. Es geht darum, dass das, was wir im Kleinen beginnen, der Anfang von etwas sehr großem ist. Und Gott wir es vollenden. Er bringt zu einem guten Ende, was er begonnen hat. In dieser Hoffnung können wir unsere kleinen, hilflosen Versuche starten – und müssen uns nicht gleich entmutigen lassen, wenn nicht so viel dabei herauskommt.
Das dritte und wichtigste: Liebe. Ich halte das für ganz entscheidend, weil wir nicht auf den Trichter kommen sollten: Wunder sind das wichtigste oder sind der Maßstab, wieviel Reich Gottes herrscht. Das ist falsch. Gott kann auf verschiedenste Arten wirken und das wichtigste bleibt, das Gott Menschen zur Umkehr führt, zur Beziehung zu ihm.
Bei einem der ersten Wunder Jesu, die Jesus tut, wird gesagt: „es jammerte ihn“. Komischer Ausdruck, was da steht im Griechischen heißt soviel wie: Die Eingeweide drehten sich um. Sein Innerstes, sein Herz war bewegt. Er hat so mit dem Mann mitgefühlt, dass er geradezu körperlich gelitten hat. Das hat ihn dazu bewegt, ihn zu heilen.
Wenn wir Jesus folgen, heißt das auch für uns: In erster Linie geht es darum, die Menschen zu lieben. Wenn unser Verhalten davon motiviert ist, dann tun wir die Werke Jesu.
Ein Vorschlag: Wenn du jemandem begegnest, stelle dir vor, dass Gott diese Person unendlich liebt. Er liebt diesen Mann, diese Frau, dieses Kind unendlich, so wie dich. Was bedeutet das in diesem Moment? Bedeutet das, dass du für sie beten solltest? Dass du ihm ein freundliches Wort sagst, vielleicht einen Kaffe spendierst?
Was meint Jesus mit dem „Reich Gottes“? Es ist ganz sicher keine einfache Frage und es gibt nicht die eine richtige Antwort. Allein wenn man sich die verschiedenen Gleichnisse anschaut, „Das Reich Gottes ist wie...“ wird eines deutlich: Es gibt keine 08/15-Antwort. Ich glaube man kann eines sicher sagen: Das Reich Gottes ist untrennbar mit der Person Jesu Christi verbunden (Mt 12,28). Und: Wenn wir Jünger Jesu sind, dann ist das Reich Gottes auch unser business.
Lk 9,1.2: Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle bösen Geister, und daß sie Krankheiten heilen konnten, und sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und die Kranken zu heilen.
Das Reich Gottes ist unser Auftrag. Wir sollen es verkündigen. In diesen Versen werden einige Dinge genannt, die offensichtlich mit dem R. G. zusammenhängen: Befreiung von bösen Mächten, Heilung von Krankheiten. Ganz oft heißt es ja: Das Reich Gottes ist angebrochen, aber noch nicht vollendet. Was ist damit eigentlich gemeint?
Mögliche Deutungen: 1. Zeitliches Verständnis, teilweise da? 2. Es ist auf eine Art da, auf eine andere Art nicht (innen/außen)? 3. Es ist unsichtbar da, aber noch nicht sichtbar?
Oder, als weitere bedenkenswerte Alternative:
Lk 10,8f.: Und wenn ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, dann eßt, was euch vorgesetzt wird, und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.
Es ist dort, wo wir es leben, zum Ausdruck bringen, darum beten, es in die Welt bringen! Wo wir als Jünger Jesu die Wort Jesu predigen und die Werke Jesu tun, dort ist Reich Gottes. Das heißt nicht, dass nicht auch die anderen Punkte richtig sind: Die Vollendung steht noch aus, die umfassende Königsherrschaft Gottes kommt erst noch. Aber da wo es jetzt schon ist, ist es ganz.
Als Christen stellt sich für uns die Frage: Wollen wir nett und beliebt sein? Wollen wir uns darauf beschränken, möglichst nichts falsch zu machen? Oder wollen wir Gottes Kraft und Wirken erleben und dabei mitwirken, seine Herrschaft in dieser Welt Realität werden zu lassen?!
--> Vielleicht statt „What would Jesus do?“ eher „Was will Jesus jetzt, im Moment, tun“?
veröffentlicht von marlster am 14.11.07 0 Kommentare:
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